Siegen, 19.10.2016. Die DRK-Kinderklinik Siegen erfüllt einen wichtigen Versorgungsauftrag im Dreiländereck. Davon konnte sich der Gesundheitspolitische Arbeitskreis der CDU-NRW, Kreisverband Siegen-Wittgenstein, unter Vorsitz von Dr. Uta Butt am 19. Oktober überzeugen. Von einem 500g-Frühchen bis zum fast Volljährigen werden Kinder und Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen multiprofessionell betreut.

                                                             Bild KV Siegen      

Die Kinderklinik versorgt ein Gebiet mit ca. 500.000 Einwohnern, davon 95.000 Kinder und Jugendliche. Pro Jahr werden im Einzugsgebiet etwa 2.500 Kinder geboren. Die Geburt ist ein einschneidendes Ereignis in jeder Familie. Glücklicherweise kommen die meisten Kinder gesund zur Welt. Wenn das Kind zu früh kommt, an Erkrankungen leidet oder Anpassungsschwierigkeiten hat, ist u.U. eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich. Die Kinderklinik betreibt u.a. ein Perinatalzentrum der Stufe 1, im dem auch sehr unreife Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500g versorgt werden können. Die Frühgeborenen-Intensivstation ist dabei auf zwei Standorte verteilt. Neben der Intensivstation am Wellersberg werden am Jung-Stilling-Krankenhaus sechs Beatmungsplätze vorgehalten. „Aus dieser Doppelstruktur, die bei Einführung in den 90er Jahren noch sinnvoll war, resultieren heute Probleme“, erklärt Stefanie Wied, Geschäftsführerin der DRK-Kinderklinik. Die Bezahlung nach festen Sätzen (DRG-System) bildet diese Aufteilung nicht ab. Darüber hinaus müssen ca. zweimal pro Woche Kinder aus anderen Krankenhäusern in die Kinderklinik verlegt werden. Auf den Transportkosten bleibt die Kinderklinik größtenteils sitzen.

Die wohnortnahe Versorgung dieser sehr kleinen Kinder und die Möglichkeit auch Risikoschwangere zu betreuen, ist ein großes Plus für die Region. Junge Familien achten auf die medizinische Versorgungsstruktur bei der Wahl des Wohnortes.

Stefanie Wied führt aus, dass sich die vorhandenen Strukturen weiter entwickeln müssen, damit die Kinderklinik samt Perinatalzentrum Level 1 überlebensfähig bleibt. Es existieren Gutachten, nach denen die aktuelle Situation in wenigen Jahren nicht mehr haltbar sein wird. Etliche Klinikverbünde machen vor, wie es besser gehen kann. Denkbar wäre die Errichtung eines Familienzentrums am Wellersberg: Gynäkologie und Neonatologie in räumlicher Nähe, beides in bewährter Trägerschaft mit dann kurzen Wegen als familienfreundliches Angebot. Auf diese Weise könnten auch die Betreuung von Schwangeren durch Hebammen intensiviert werden. Die Frauen hätten wieder echte Wahlmöglichkeiten für das „Wie“ der Entbindung.

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Die Eltern-Kind-Beziehung spielt in der DRK-Kinderklinik eine große Rolle: Angefangen beim „Känguruhing“ teils noch intensivmedizinisch betreuter Kinder bis zum Eltern-Kind-Einzelzimmer. Bettina Kowatsch erläutert, wie auch die Geschwisterkinder bei längeren Klinikaufenthalten einbezogen werden. Dafür erhielt die Kinderklinik sogar mehrere Auszeichnungen, u.a. den Förderpreis der Novartis Stiftung Familienbande und eine Unterstützung durch die Stadt Siegen im Rahmen des Projektes “Frühe Hilfen 2016“.

Ein weiteres herausragendes Projekt ist die Kinderinsel. Dort werden beatmungspflichtige Kinder teilweise über Jahre in möglichst familiärer Atmosphäre betreut.  Das Team gibt den schwerkranken Kindern ein Zuhause und verlagert dabei die intensive Technik auch optisch in den Hintergrund. Eine vergleichbare Station gibt es bundesweit nur noch in Hamburg.

„Kinderkliniken haben es im DRG-System schwer“, erklärt Stefanie Wied. Pro Jahr fehlen der Kinderklinik ca. eine Million Euro für sinnvolle Investitionen, Maßnahmen zum Kinderschutz und die Finanzierung der Doppelstruktur des Perinatalzentrums. Das ist jedoch kein typisches Siegener Problem. Jede der bundesweit ca. 80 eigenständigen Kinderkliniken hat das Problem der Unterfinanzierung.

Ziel ist es, die Lebensqualität der erkrankten Kinder und Jugendlichen zu verbessern und daran wird die DRK-Kinderklinik weiter arbeiten, versichert Stefanie Wied. Das 100-jährige Jubiläum 2018 hat man dabei fest im Blick.

 

 

 

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